Warum wir Ostern nötig haben

Dieser Beitrag erschien im April 2021 auf der Homepage und in den Sozialen Medien der Niederdeutschen Bühne Nordenham

Leeve Plattdüütsche,
liebe Mitglieder und Freunde der Niederdeutschen Bühne Nordenham!

Zum zweiten Mal erleben wir ein Ostern unter den Bedingungen der Corona-Pandemie: Abstandsgebot, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen. In Nordenham gilt ein nächtliches Ausgangsverbot. Alles soll zum Erliegen kommen, Ruhe kehrt ein. Die Tage der „Grabesstille“ von Karfreitag bis zum Ostermorgen: So still wurden sie kaum von anderen Generationen begangen.

Ein trauriges Jubiläum zog im März an uns vorüber: Seit einem Jahr ist unser Theaterhaus geschlossen. Bis auf wenige Ausnahmen der Jugendgruppe TUSCULUM gab es über 12 Monate keine Proben. Aufführungen schon gar nicht – nicht einmal vom Stück „Döör an Döör’nanner“. Wie eingefroren erschien die Szenerie, als wir nach dem ersten Lockdown zurück ins „Kasino“ kamen: Das Bühnenbild stand (und steht immer noch) spielbereit, Kostüme hingen bereit, Requisiten wollen auf der Bühne eingesetzt werden. Unser Versuch, im Herbst einen zweiten Anlauf zu nehmen, scheiterte aufgrund der Infektionsgefahr.

Ostern feiern Menschen den Neuanfang. Sei es im christlichen Sinne mit der Auferstehung des Gekreuzigten, sei es im heidnischen Sinne mit den Fruchtbarkeitssymbolen Hase und Ei. Sicherlich haben wir im vergangenen Jahr schon einen Neuanfang erwartet nach dem ersten Lockdown. Jetzt jedoch machen wir ihn fest an der Ausweitung des Impfangebotes und an den Schnelltestmöglichkeiten. Wir haben Ostern in diesem Sinne nötig, um Kontaktbeschränkungen überwinden zu können, persönliche und gesellschaftliche Freiheiten wieder zu gewinnen und befreit durchzuatmen. Immer wieder winken Verantwortliche mit der Perspektive, dass auch Theater bald wieder öffnen dürfen.

Wir hoffen auf den Neubeginn des sozialen und kulturellen Lebens. In diesem österlichen Vertrauen blicken wir in die Zukunft. Wenn es die Lage zulässt, planen wir vom Vorstand der Plattdüütschen an der Niederdeutschen Bühne das Folgende für dieses Jahr:

Im Juli soll ein dritter Versuch unternommen werden, „Döör an Döör’nanner“ auf die Bühne zu bringen. Mit offenen Türen und Querlüftung im Saal soll es zu schönen Theatersommerabenden kommen – vielleicht auch nur mit 30% Besucherauslastung.

Im frühen Herbst ist eine Inszenierung von „Residenz Slot & Riegel“ geplant. Regisseur Frank Wittkowski freut sich, dass schon bald nach Ende der Kontaktbeschränkungen die Proben beginnen können – mit einem Jahr Verzögerung.

Ich wünsche euch ein schönes Osterfest. Mögt ihr Kontakt über Telefon, WhatsApp, per Brief oder klassischer Osterkarte untereinander und zu euren Lieben aufnehmen und so die Hoffnung teilen: Es geht wieder los! Bald!

Bis dahin,

euer
Torsten Lange

Kirchenratsvorsitz: Aufgabe abgeschlossen!

Der nachfolgende Text erschien im Gemeindebrief der Kirchengemeinde Abbehausen im Sommer 2015.

Liebe Gemeinde,

zum 1. Juni dieses Jahres [2015] gibt es einen Wechsel an der Spitze unserer Kirchengemeinde: Bei den Wahlen zum Vorsitz des Gemeindekirchenrates für die zweite Hälfte der Wahlperiode (2012 bis 2018) stand ich für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. Nach nun etwas mehr als fünf Jahren als Vorsitzender des Gemeindekirchenrates und damit als (ehrenamtlicher) geschäftsführender Vorsitzender unserer Gemeinde sehe ich meine mir übertragene Aufgabe als abgeschlossen an und kann das Amt beruhigt in die zuverlässigen Hände unseres neuen Pastors abgeben.

Im April 2010, zwei Jahre vor seiner Pensionierung, legte unser damaliger Pfarrer Hans-Wilhelm Biermann den Vorsitz im Gemeindekirchenrat nieder. Er forderte uns Kirchenälteste auf, aus unserer Mitte einen neuen Vorsitzenden zu bestimmen, dessen Aufgabe es sein würde, nach Biermanns Pensionierung die Gemeinde in der anstehenden Pfarrvakanz zu verwalten und zu leiten. Schon damals prophezeite Herr Biermann „schwierige Zeiten“.

In der Tat gab es in den vergangenen Jahren nicht nur einfache Tage und Wochen. Das Schiff, das sich Gemeinde nennt, erlebte manchen Sturm. Aber ein kräftiger Wind kann auch manches Angestaubte freilegen, kann Gewitterwolken vertreiben und den Horizont neu öffnen. Und so soll bei der Rückschau als Erkenntnis für die Zukunft vor allem in Erinnerung bleiben: Gemeinsam haben wir das Schiff unserer Gemeinde auf Kurs gehalten. Das war eine Mannschaftsleistung, kein Einzelverdienst.

Mein Dank gilt daher in erster Linie den Mitglieder des Gemeindekirchenrates. In freundschaftlicher, sachlicher Atmosphäre haben wir die Belange unserer Gemeinde besprochen und überwiegend einstimmige Kursentscheidungen gefasst. Weiter danke ich unseren hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den ehrenamtlichen Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern unserer Gemeinde und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Regionalen Dienststelle Wesermarsch, die als „gute Geister“ im Hintergrund stets zur Verfügung standen. Besonders danke ich hier Herrn Wolfgang Jauernik und Herrn Matthias Hadeler für ihre Geduld, ihre Ratschläge und vor allem ihre vielen guten Taten.

Ihnen, liebe Gemeindeglieder, danke ich für Ihre vielfältige Unterstützung, Ihren ermutigenden Zuspruch, Ihre kritischen Anmerkungen und bitte zugleich um Entschuldigung, falls ich jemandem in irgendeiner Weise auf die Füße getreten sein sollte.

In diesen fünf Jahren haben wir sogar mehr geschafft, als nur den Kurs zu halten: Die historische Priesterpforte ist – endlich! – in der Südwand der Kirche freigelegt und wieder begehbar, die 300 Jahre alte Orgel wurde gereinigt und repariert, die Friedhofswege sind erneuert worden, das Pfarrhaus wurde komplett renoviert, ein Urnengabkeller wurde angelegt, das öffentliche Kirchenbüro wurde eingerichtet und schließlich ist mit der Sanierung des Gemeindehauses begonnen worden. Die Bauabschnitte I mit den neuen Sanitäranlagen und II mit dem Bau des neuen Eingangsbereichs sind bereits abgeschlossen. Wir entwickelten eine neue Form des Abschlusses der Konfirmandenzeit, usw…

Ende vergangenen Jahres zog Pfarrer Matthias Kaffka mit seiner Familie nach Abbehausen und trat die Pfarrstelle an. Längst hat er sich in die Gemeinde und die Dorfgemeinschaft eingelebt. Er ist – und das meinen wir gewissermaßen stolz und besitzergreifend zugleich – unser Pastor.

Damit schließt sich der Kreis, ich kann die Amtsführung von „unserem (damaligen) Pastor“ an „unseren Pastor“ weiterreichen. Als Mitglied des Gemeindekirchenrates bleibe ich im Amt und werde auch weiterhin gerne für Ihre Belange eintreten. Matthias Kaffka wünsche ich im Amt als neuer 1. Vorsitzender viele glückliche Tage auf der Brücke des Schiffes, das sich Gemeinde nennt, den Wind immer von hinten und Gottes Segen über sich.

Ihr

Torsten Lange